Reisen

Die Sehnsucht war geweckt

Als wir 2014 plötzlich die Idee hatten, das Campen im Wohnmobil auszuprobieren, war das für mich völliges Neuland. Michael hingegen hatte bereits Erfahrung zu Wasser gesammelt.

Wir testeten das Vanlife zweimal. Erstmalig im T5 einer guten Bekannten. Ein verlängertes Wochenende an der See. Es war wundervoll! Auf Dauer allerdings zu klein, da waren wir uns schnell einig. Wir wollten Stehhöhe aufgrund unseres fortgeschrittenen Alters, und wir wollten uns auch bei schlechtem Wetter beide gleichzeitig im Fahrzeug umdrehen können.

Die nächste Testfahrt machten wir daher in einem Fiat Ducato (Box Star). Das Auto war größer, die Fahrt länger, die Witterung… kälter. Wir verbrachten den Jahreswechsel bei -11 Grad auf einem Campingplatz auf dem Darß. Der Campingplatz war netterweise mit einer Sauna ausgestattet und trotz kleiner Widrigkeiten beim Wintercampen (Gasflaschen ausverkauft, Wasser eingefroren) haben wir uns wacker geschlagen. Auch nach diesem Trip waren wir noch begeistert vom Camperleben, bei dem wir auf kleinstem Raum, mit wenig Zeug trotzdem bzw. gerade deswegen glücklich waren.

Uns war klar, dieses Hobby wollten wir ausbauen! Sobald wir diese Entscheidung getroffen hatten, standen wir vor der nächsten, großen Frage: „Kaufen wir ein fertiges Modell oder bauen wir selbst“. Unsere Überlegungen veränderten sich fast täglich. Ich bin eher der bequeme Typ, mich reizt es, einzusteigen und loszufahren. Michael hingegen ist der Tüftler, derjenige, der gerne baut, bastelt und vor allem die unendlichen Möglichkeiten recherchiert. Woche für Woche… 

Wann würden sich die Kosten für ein fertiges Fahrzeug amortisieren?  Wenn wir ca. 8-10 Wochen im Jahr unterwegs wären. Damals kam das aufgrund unserer familiären und beruflichen Situation nicht in Frage, mit einem aufwendigen Selbstausbau konnte ich mich allerdings nicht anfreunden. Also entschieden wir uns vorerst für´s Mieten, damit wir weiter üben und feststellen konnte, ob wir wirklich bei der Stange bleiben. Das war im Jahr 2016.

Wir verloren das Projekt Vanlife vorerst aus den Augen, der Alltag holte uns ein, wir machten weiterhin Urlaub auf unserer Lieblingsinsel Ibiza. Bis zum Jahr 2018. Die Sehnsucht nach Freiheit, Unabhängigkeit und Flexibilität wuchs, die Kinder wurden noch älter und erneut war das Thema wieder auf dem Tisch. Mit voller Energie nahmen wir plötzlich wieder Fahrt auf und schmiedeten Pläne.

Inzwischen konnte auch ich mich mit einem Selbstausbau anfreunden, fand die Standardmodelle eher langweilig (sorry, nimm´ es bitte nicht persönlich). Alle Modelle sahen ähnlich aus, boten wenig Platz für Individualität. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Ein Schicksalsschlag puschte unsere Entscheidung, als unser PKW angezündet und als wirtschaftlicher Totalschaden entsorgt wurde. Das war der Wink des Universums, das Positive in der Krise und wir machten uns auf die Suche nach dem geeigneten Fahrzeug…

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